So funktioniert unser Rentenrechner

Formel, Annahmen und Grenzen hinter jeder Prognose

Was der Rechner berechnet

Stand: 15. Oktober 2026

Jede Zahl, die der Rentenrechner anzeigt, stammt aus einer Formel, die du selbst nachprüfen kannst. Diese Seite erklärt, wie gerechnet wird, welche Annahmen das Ergebnis am stärksten beeinflussen und was der Rechner bewusst nicht berücksichtigt. Du brauchst dafür keine höhere Mathematik.

Der Rentenrechner auf der Startseite führt eine klassische Zinseszins-Projektion durch. Er beginnt mit deinen aktuellen Ersparnissen, addiert jeden Monat deinen Beitrag und verzinst das Guthaben mit der erwarteten Jahresrendite, monatlich aufgezinst, für jeden Monat zwischen deinem heutigen Alter und deinem Rentenalter. Heraus kommen ein voraussichtliches Guthaben bei Rentenbeginn und eine Jahrestabelle, die zeigt, wie viel davon aus deinen Einzahlungen und wie viel aus Anlagewachstum stammt.

Pro Monat gilt: Neues Guthaben = (altes Guthaben × (1 + Monatsrendite)) + Monatsbeitrag. Die Monatsrendite ist die eingegebene Jahresrendite geteilt durch 12. Es gibt keinen versteckten Faktor, keinen „Optimistenmodus" und keine Rundung zugunsten einer größeren Zahl. Gerundet wird erst bei der Anzeige auf ganze Euro.

Ein Beispiel zum Nachrechnen

Angenommen, du hast heute 10.000 €, sparst 100 € im Monat und erwartest 6 % Rendite pro Jahr über 10 Jahre (120 Monate). Die Monatsrendite beträgt 0,5 %. Die 10.000 € wachsen nach 120 Monaten auf etwa 18.194 €. Die 120 Sparraten zu je 100 € wachsen zusammen auf etwa 16.388 €. In Summe ergibt das rund 34.582 €. Davon hast du 22.000 € selbst eingezahlt (10.000 € plus 120 × 100 €); die übrigen etwa 12.582 € sind Anlagewachstum. Gibst du dieselben Werte in den Rechner ein, erhältst du dasselbe Ergebnis. Solche Testfälle prüfen wir, bevor wir etwas an der Berechnung veröffentlichen.

Mit den Voreinstellungen (30 Jahre, 25.000 € Startguthaben, 500 € im Monat, 6 % Rendite, Rente mit 67) liegt das voraussichtliche Guthaben bei rund 1.045.000 €. Davon stammen etwa 247.000 € aus eigenen Einzahlungen und etwa 798.000 € aus Wachstum.

Heutige Euro und zukünftige Euro

Ein Guthaben von über einer Million Euro in 37 Jahren klingt gewaltig, doch ein Euro in der Zukunft kauft weniger als ein Euro heute. Deshalb zeigt der Rechner zusätzlich den realen Wert (inflationsbereinigt). Dafür teilen wir das voraussichtliche Guthaben durch (1 + Inflationsrate) hoch Anzahl der Jahre bis zur Rente. Bei 2,5 % Inflation und 37 Jahren entsprechen die 1.045.000 € aus dem Beispiel etwa 419.000 € Kaufkraft von heute. Wer nur auf das nominale Guthaben schaut, überschätzt, wie komfortabel der Ruhestand tatsächlich wird.

Die Annahmen hinter jeder Prognose

Zwei Eingaben haben den größten Einfluss: die erwartete Rendite und die Inflation. Die Voreinstellungen sind 6 % Rendite und 2,5 % Inflation; beides kannst du ändern.

Wir verstecken diese Werte nicht in einem „empfohlenen" Plan. Behandle jede Voreinstellung als Platzhalter, den du durch eigene Annahmen und, wenn möglich, den Rat einer zugelassenen Fachperson ersetzt.

Vorsichtiges und optimistisches Szenario

Eine einzige Renditeannahme kann trügerische Sicherheit vermitteln. Deshalb rechnet der Rechner neben deinem Hauptergebnis dieselbe Formel mit einer um 2 Prozentpunkte niedrigeren und einer um 2 Prozentpunkte höheren Rendite. Mit den Voreinstellungen ergeben 4 % rund 617.000 €, 6 % rund 1.045.000 € und 8 % rund 1.836.000 €. Liegen die drei Ergebnisse weit auseinander, hängt dein Plan stark von der Marktentwicklung ab, die du nicht steuern kannst. Dann lohnt es sich, eine höhere Sparrate oder ein späteres Rentenalter durchzuspielen, bis auch das vorsichtige Szenario dein Ziel erreicht.

Was der Rechner nicht enthält

Damit das Tool einfach und nachvollziehbar bleibt, fehlen bewusst einige reale Faktoren. Du musst sie getrennt betrachten:

Währung und Geltungsbereich

Der Rentenrechner stellt Beträge in Euro dar. Die Berechnung selbst ist währungsneutral: Sie wendet Zinseszins und Inflation auf die Zahlen an, die du eingibst. Das Standard-Rentenalter von 67 Jahren entspricht der Regelaltersgrenze für Versicherte, die 1964 oder später geboren wurden; für dein persönliches Rentenalter gilt deine Rentenauskunft. Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind nicht Teil der Rechnung.

Warum wir eine Tabelle zeigen und nicht nur eine Zahl

Eine Schlagzeile wie „Du hast am Ende 842.000 €" ist leicht zu veröffentlichen und leicht misszuverstehen. Die Jahrestabelle zeigt dir den Verlauf deines eigenen Wachstums: Anfangs besteht das Guthaben fast nur aus deinen Einzahlungen, mit den Jahren übernimmt das Anlagewachstum immer mehr, vorausgesetzt, die angenommene Rendite trifft ein. Diesen Wechsel an den eigenen Zahlen zu sehen, vermittelt mehr Gefühl als jede allgemeine Erklärung.

Quellen und Aktualität

Für Werte, die sich jedes Jahr ändern, etwa Zulagen, Höchstbeträge oder Altersgrenzen, verweisen wir auf offizielle Stellen, statt Zahlen zu wiederholen, die veralten: die Deutsche Rentenversicherung und das Bundesministerium der Finanzen. Nennt eine Seite eine Zahl für ein bestimmtes Jahr, geben wir das Jahr an. Seiten mit amtlichen Werten prüfen wir mindestens einmal jährlich und immer dann, wenn uns eine Änderung bekannt wird. Fällt dir etwas Veraltetes auf, schreib uns.

Weiterführend: Redaktionelle Grundsätze und Werbung · Haftungsausschluss · bAV, Riester und Rürup · Zum Rentenrechner